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Das Schweigen

Im Zwischen von Lust und Ordnung – Eine Interpretation von Ingmar Bergmans Film (erster Teil)

Von Silvia Tiedtke am 11. April 2010 · Tiedtke in Bergmanie

In Ingmar Bergmans Film Das Schweigen (Tystnaden) aus dem Jahr 1963 verkörpern zwei Schwestern, Ester und Anna, entgegengesetzte Prinzipien des Umgangs mit dem Leben. Zwischen den beiden steht Johan, Annas etwa neunjähriger Sohn. Die drei Figuren werden in einer Versuchsanordnung vorgeführt: Der Hauptteil des Films spielt in einem Hotel in einem fremden Land, dessen Sprache Ester, Anna und Johan nicht beherrschen. Die drei Hauptfiguren befinden sich in der unbekannten Stadt Tiimoka in sprachlicher Isolation und in einem seltsamen Zwischenzustand: Das Schweigen beginnt und endet mit Szenen, die auf einer Zugreise stattfinden. Anna, Ester und Johan sind auf einer Heimreise, dessen Anfangs- und Zielort aber nicht nur außerhalb der Filmhandlung bleiben, sondern auch sonst nicht näher bestimmt werden. Die Entfaltung der schwesterlichen Konstellation mit ihren Abhängigkeiten und Konflikten findet ganz in diesem haltlosen Niemandsland zwischen den Orten statt. So spielt sich der gesamte Film in einem Bereich schwebender Unbestimmtheiten ab; was er zeigt, ist ein Zustand des reinen, steten Übergangs.

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Einheitlich zerstreut

Warum es sich lohnt, Facebook-Fan zu werden

Von Manuel Schölles am 8. April 2010 · Notiz

facebook

Die Facebook-Seite von phainomena

Wir wollen, dass das Design von phainomena die Konzentration der Leser auf die Texte lenkt: Keine blinkende Seitenleiste mit sich ständig aktualisierenden Status-Meldungen, keine Kommentarfunktion, keine Werbung. Wir glauben auch nicht, dass sich dieses Blog für Linksammlungen und die Katalogisierung von Netzfundstücken eignet. Dennoch stoßen wir immer wieder auf interessante und außergewöhnliche Dinge, zu denen aber gerade kein eigenständiger Beitrag verfasst werden kann (und der die Sache ja auch entsprechend würdigen sollte). All dies könnt Ihr jedoch auf unserer Facebook-Seite finden! Jeder Fan – noch heißt das so – wird also nicht nur automatisch und in Echtzeit über die neuesten Artikel in diesem Blog unterrichtet, sondern empfängt zusätzliche Meldungen zu den Themen Philosophie, Kunst und Zeitgeist. Dasselbe gilt auch für unsere Twitter-Timeline; phainomena beschränkt sich also nicht nur auf diese Website, sondern ist über viele Orte im Internet zerstreut. So werden wir den verschiedenen Bedürfnissen unserer Leser, den vielfältigen spannenden Entdeckungen unserer Autoren und der harmonischen Geschlossenheit des Blogs am besten gerecht. Und: Keine Angst vor Spam! Wir werden täglich nicht mehr als ein bis zwei Nachrichten auf unserer Facebook-Wall posten. Wir freuen uns jedenfalls, Euch auf Facebook begrüßen zu dürfen!

Antike Rhetorik, süß serviert

Wilfried Stroh, Die Macht der Rede. Eine kleine Geschichte der Rhetorik im alten Griechenland und Rom

Von Tom Wellmann am 5. April 2010 · Rezension

Wilfried Stroh, Die Macht der Rede

© Ullstein Verlag

Die Rhetorik ist und bleibt, trotz aller in den letzten zwei Jahrhunderten zu ihrer Revitalisierung getroffenen Maßnahmen, eine Disziplin der Antike, der griechischen und der römischen. Als solche würdigt sie Wilfried Stroh in seiner „kleinen Geschichte“ der antiken Rhetorik: Klein erscheint diese Geschichte, deren Erzählung auf über 500 dichten Seiten beim homerischen Epos einsetzt und bis zu ihren spätantiken Ausläufern fortgesponnen wird, zwar äußerlich nicht; angesichts der Überfülle des verfügbaren und von Stroh herangezogen, oftmals aber notgedrungen nur kurz gestreiften Materials, mag dieses Prädikat dennoch gerechtfertigt sein. Das Buch empfiehlt sich durch große Sachkenntnis und Gelehrsamkeit, gute Verständlichkeit, eine übersichtliche Gliederung und eine umfangreiche kommentierte Bibliographie. Das Panorama der antiken Rhetorik, das Stroh vor den Augen seiner Leser entfaltet, ist dabei überaus beeindruckend. Der Reichtum dieser Geschichte ist nicht allein durch die vielen in den Blick genommenen Jahrhunderte begründet, sondern vor allem auch durch das weite Spektrum der berücksichtigten Autoren. Behandelt werden sowohl Theoretiker als auch Praktiker der Rhetorik, philosophische Reflexionen zum Thema sowie technische Handbücher, Logographen und Politiker, abseitige, selten beachtete Autoren und solche, die jeder kennt.

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Schnalzende Verachtung

„Hundert Tage“ von Lukas Bärfuss – Seit Februar bei btb als Taschenbuch erhältlich

Von Ulrike Janovsky am 3. April 2010 · Rezension

Hundert Tage

© btb Verlag

Lukas Bärfuss macht nicht nur grandioses Theater. Das weiß man spätestens seit 2008 mit der Erscheinung seines ersten Romans Hundert Tage. Hier wird die Geschichte eines Entwicklungshelfers erzählt, den seine westlich-idealistischen Moralvorstellungen nach Kigali in Ruanda verschlagen. Am Flughafen, gleich zu Beginn der Geschichte – sozusagen noch auf der Grenze zwischen hier und dort, im Transit –, setzt Lukas Bärfuss äußerst geschickt eine mise en abyme ein, die das gesamte Geschehen in einer Begegnung, ja in einem Geräusch, verdichtet erzählt:

Ihre Verachtung betraf nicht die Welt, sie betraf allein mich. Und um dies zu verdeutlichen, drückte sie die Zunge an die obere Zahnreihe, erzeugte am Gaumen einen Unterdruck und ließ im selben Augenblick die Luft einströmen, worauf dieses Schnalzen ertönte, der internationale Laut der Missbilligung.

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Magisterarbeit abgegeben – Was kommt jetzt?

Zurück zur Welt, oder: Wie Ulrike den April in München verlebt

Von Ulrike Janovsky am 2. April 2010 · Mein Monat in …

Pinakothek der Moderne

Die Pinakothek der Moderne durch Eduardo Chillida
Foto: digital cat  (cc by)

Am Donnerstag, den 1. April, habe ich meine Magisterarbeit in die Obhut des Prüfungsamts übergeben. Ein großer Schritt für die Menschheit, da bin ich mir sicher, denn jetzt ist Béla Tarr, der größte Filmemacher unserer Zeit, auch im wissenschaftlichen Bereich entsprechend gewürdigt worden. Aber man ist doch auch froh, so ein recht großes Projekt beendet zu haben. Und so beschlich mich das Gefühl, dass das ein guter Monatsanfang ist, denn mir sind plötzlich all die Sehnsüchte in den Kopf geschossen, die mich während des Schreibens all zu oft haben abschweifen lassen. Welche Bücher würde ich jetzt unbedingt gern lesen? Welche Filme habe ich lange, ja viel zu lange nicht gesehen? Und der größte Wunsch: meine verkümmerten Fortbewegungsorgane mal wieder in Schwung bringen – und das nicht nur auf dem Weg zur Bibliothek. Und da hat München im April einiges zu bieten.

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Jagden, Formen und kleine Fluchten

Mein April in Köln. Auftakt unserer neuen Rubrik mit persönlichen Veranstaltungstipps für unsere Wohnorte und Lieblingsstädte

Von Sarah Fekadu am 1. April 2010 · Mein Monat in …

köln

Köln bei Nacht
Foto: Jeremy Burgin (cc by)

Für Köln-Neulinge wie mich zeigt sich das Kulturprogramm der Stadt im April von seiner besten Seite. Am Osterwochenende gastiert meine Lieblingschoreographin Sasha Waltz mit einem besonders interessanten Projekt in der Kölner Philharmonie. Waltz, die unter anderem mit ihrem legendären Tanzstück Körper an der Berliner Schaubühne Erfolge feierte und sich für ihre Choreographien immer wieder bildende Künstler, Filmemacher und Musiker – sogenannte guests – in ihre Compagnie holt, führt zusammen mit dem Ensemble Modern Wolfgang Rihms Jagden und Formen auf. Die Musik ist dabei nicht nur Begleitung, sondern wird in Waltz-typischer Manier zum gleichberechtigten Mit- und Gegenspieler des Tanzes. Die auf diese Weise entstehende Verbindung zwischen zeitgenössischer Musik und zeitgenössischem Tanz, interpretiert von zwei herausragenden Ensembles, lässt einen besonderen Abend erwarten! Nähere Informationen gibt es hier.

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Mein Monat in …

Ab morgen werden wir eine neue Rubrik mit persönlichen Veranstaltungstipps unserer Autoren einführen

Von Sarah Fekadu am 31. März 2010 · Notiz

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Passage in München
Foto: Ze Clou (cc by-nc-sa)

Aufgrund persönlicher Veränderungen rücken die Autoren von Phainómena räumlich weiter auseinander. Das ist einerseits schade, da die spontanen Münchner Treffen, welche die Arbeit am Blog häufig beflügelten, dadurch rarer werden. Andererseits ermöglichen es die unterschiedlichen Wohnorte, Eindrücke aus verschiedenen Städten im Bundesgebiet (und vielleicht bald auch weiterer Orte?) einzufangen und hier zu präsentieren. Wir starten deshalb ab morgen eine neue Rubrik mit dem Titel Mein Monat in … In loser Reihenfolge werden wir unter dieser Rubrik in Zukunft monatlich Hinweise auf kulturelle Veranstaltungen in unseren verschiedenen Wohnorten geben. Über einige dieser Veranstaltungen werden wir dann im Laufe des Monats auch berichten.

Wichtig: Die Veranstaltungshinweise basieren ausschließlich auf persönlichen Interessen und Vorlieben des jeweiligen Autors/der jeweiligen Autorin und stellen keinen Anspruch auf Vollständigkeit dar. Wir wollen und können den großen Stadtblogs keine Konkurrenz machen, sondern nur eine feine subjektive Auswahl vorstellen. Alle Datumsangaben sind ohne Gewähr.