Zwei Wochen vor dem geplanten Start des Kulturstrandes am Isarbalkon der Corneliusbrücke, der im letzten Jahr mit über 100.000 Besuchern aufwarten konnte, gibt es noch immer keine Genehmigung aus dem Münchner Rathaus. Die Urbanauten, die sich die (Wieder-)Belebung öffentlicher Räume zur Aufgabe gemacht haben und auch den Kulturstrand organisieren, denken sogar schon daran, die Sache ganz aufzugeben, zu zeit- und nervenraubend verhält sich die städtische Bürokratie. Dabei scheint es sich so zu verhalten, als ob zwei Weltanschauungen, zwei München-Bilder aufeinander treffen: auf der einen Seite die Proponenten eines urbanen, vielleicht sogar: postmodernen Münchens, auf der anderen Seite die zögernden Hüter von Ordnung, Ruhe und Sauberkeit. In Wahrheit gibt es aber gar kein Gegeneinander, weil sich Stimmung und Atmosphäre der bayerischen Landeshauptstadt doch eigentlich dadurch auszeichnet, beide Positionen aufs beste vermitteln zu können. Man könnte dies den lässigen Hedonismus Münchens nennen; und der Kulturstrand an der Corneliusbrücke stellt eine wunderbare Manifestation dieses Hedonimus dar. Es ist nur zu hoffen, dass dies auch im Rathaus verstanden wird.
Im Übrigen: Laut der Bevölkerungsprognose der Bertelsmann-Stiftung wächst die Münchner Bevölkerung bis zum Jahr 2025 um 11,6 Prozent. München kann damit von allen deutschen Städte die mit Abstand größte Dynamik vorweisen; dass dies auch im Stadtleben seinen Niederschlag finden wird, steht außer Zweifel. Es wird noch einiges in Bewegung kommen.
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