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Quelle: http://phainomena.de/2010/04/02/magisterarbeit-abgegeben-was-kommt-jetzt

Magisterarbeit abgegeben – Was kommt jetzt?

Zurück zur Welt, oder: Wie Ulrike den April in München verlebt

Von Ulrike Janovsky am 2. April 2010 ·  Mein Monat in …

Pinakothek der Moderne

Die Pinakothek der Moderne durch Eduardo Chillida
Foto: digital cat  (cc by)

Am Donnerstag, den 1. April, habe ich meine Magisterarbeit in die Obhut des Prüfungsamts übergeben. Ein großer Schritt für die Menschheit, da bin ich mir sicher, denn jetzt ist Béla Tarr, der größte Filmemacher unserer Zeit, auch im wissenschaftlichen Bereich entsprechend gewürdigt worden. Aber man ist doch auch froh, so ein recht großes Projekt beendet zu haben. Und so beschlich mich das Gefühl, dass das ein guter Monatsanfang ist, denn mir sind plötzlich all die Sehnsüchte in den Kopf geschossen, die mich während des Schreibens all zu oft haben abschweifen lassen. Welche Bücher würde ich jetzt unbedingt gern lesen? Welche Filme habe ich lange, ja viel zu lange nicht gesehen? Und der größte Wunsch: meine verkümmerten Fortbewegungsorgane mal wieder in Schwung bringen – und das nicht nur auf dem Weg zur Bibliothek. Und da hat München im April einiges zu bieten.

Zum Aufwärmen geht es erst einmal zu Einzelkind auf die La Peña Label Night ins Harry Klein am 24. – dort wartet deeper atmosphärischer House mit Einflüssen aus der New Yorker-Szene. Gleich eine Woche später geht’s weiter mit Drum ’n’ Bass im Café Muffathalle. Matrix aus Great Britain, seit Mitte der 90er ganz vorn dabei, und MC Master X, eine Neuentdeckung, bilden den Abschluss der Spring Series von DnbLUXE. Bis zum Clubbing am Ende dieses Monats ist allerdings noch viel Zeit für andere Entdeckungen.

Unbedingt sehenswert ist, laut Rüdiger Suchsland von der FAZ, Fabian Hinrichs in Schwerkraft, dem neuen Film von Maximilian Erlenwein. Der Trailer jedenfalls macht schon jetzt Lust auf mehr. Gleich nächste Woche gibt es die Möglichkeit, eine Wiederbegegnung mit der schönsten und traurigsten Anagnorisis der Filmgeschichte zu erleben: Am 7. kommt Paris, Texas von Wim Wenders im Maxim. Ein guter Blick für außergewöhnliche Münchener Filmerlebnisse hat mir dieses charmant heruntergekommene Kino seinerzeit empfohlen. Danke dafür, Karo! Die Münchner Suppenküche an der Theresienwiese soll für mich einen kleinen Imbiss für Zwischendurch kredenzen, denn ich habe noch einiges vor – und: Ich liebe Suppen. Ich hoffe, dort wird meinem Gaumen etwas Leckeres geboten. Wenn nicht, werde ich Euch natürlich trotzdem davon berichten.

Seit nun schon mehreren Monaten will ich den Theaterabend von Dea Loher, Land ohne Worte/Berliner Geschichte, sehen und als hätten die Kammerspiele ihren Spielplan nach meinen Kalender gerichtet, finde ich es am 22., was für ein Glück! Wenige Tage später geht es weiter mit dem Tanztheater der Pina Bausch. Das Filmmuseum startet nämlich am 27. in Reminiszenz an die im letzten Jahr verstorbene Tanzikone eine Reihe, die von April bis Juli insgesamt zwölf Filmabende umfasst. Unsere Fans auf Facebook werden wir über die einzelnen Veranstaltungen im Vorhinein informieren.

Auch schon länger her ist mein letzter Besuch in der Pinakothek der Moderne. Allein die Architektur ist so reizend, dass man doch öfter hingehen sollte. Ab dem 18. April gibt es allerdings noch einen weiteren Grund: Neo Rausch. Für einige Neuerscheinungen der Frankfurter Verlagsanstalt letztes Jahr im Herbst hat er Umschlagbilder entworfen. Ein Exemplar davon steht bei mir im Regal, noch ungelesen. Erst fand ich das Cover abstoßend, aber mit der Zeit … Jedenfalls werde ich Euch Bescheid geben, wenn ich es gelesen habe. Und nein: Ich werde Euch nicht verraten, um welches es sich handelt. Lasst Euch überraschen! Stattdessen gebe ich Euch einen anderen Titel und das Versprechen mit auf den Weg, bald mehr darüber zu berichten: Die Leinwand von Benjamin Stein.

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