
Köln bei Nacht
Foto: Jeremy Burgin (cc by)
Für Köln-Neulinge wie mich zeigt sich das Kulturprogramm der Stadt im April von seiner besten Seite. Am Osterwochenende gastiert meine Lieblingschoreographin Sasha Waltz mit einem besonders interessanten Projekt in der Kölner Philharmonie. Waltz, die unter anderem mit ihrem legendären Tanzstück Körper an der Berliner Schaubühne Erfolge feierte und sich für ihre Choreographien immer wieder bildende Künstler, Filmemacher und Musiker – sogenannte guests – in ihre Compagnie holt, führt zusammen mit dem Ensemble Modern Wolfgang Rihms Jagden und Formen auf. Die Musik ist dabei nicht nur Begleitung, sondern wird in Waltz-typischer Manier zum gleichberechtigten Mit- und Gegenspieler des Tanzes. Die auf diese Weise entstehende Verbindung zwischen zeitgenössischer Musik und zeitgenössischem Tanz, interpretiert von zwei herausragenden Ensembles, lässt einen besonderen Abend erwarten! Nähere Informationen gibt es hier.
Vom 14. bis 18. April findet in Köln das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund/Köln statt. Das in jährlichem Wechsel in den Städten Köln und Düsseldorf stattfindende Festival versammelt seit über zwanzig Jahren Regisseurinnen, Kamerafrauen und Filmmusikerinnen an Rhein und Ruhr. Das Festival richtet nicht nur einen Debüt-Spielfilmwettbewerb für Regisseurinnen aus, sondern versteht sich auch als internationale Plattform zur Diskussion aller Aspekte weiblichen Filmschaffens, denn die großen Regisseur- und Produzentenposten werden in der Filmbranche immer noch vorrangig mit Männern besetzt. Nachdem Anfang März mit Kathryn Bigelow zum ersten Mal eine Frau den Oscar für die beste Regie gewann, dürfte es auf dem Festival besonderen Grund zum Feiern geben. Das komplette Programm des Internationalen Frauenfilmfestivals findet sich hier.
Und noch einmal Film: Der Filmclub 813 veranstaltet im April eine Filmreihe in memoriam Eric Rohmer. Wer unvergessene Klassiker des kürzlich verstorbenen Nouvelle Vague-Filmemachers wie Ma nuit chez Maud oder Pauline à la plage noch einmal oder zum ersten Mal sehen möchte, sollte sich zwischen 1. und 30. April in das Kino in der Brücke begeben. Das Programm gibt es hier.
Bereits seit Anfang Februar liegen Konzertkarten für The XX in meiner Schublade. Das lang erwartete Kölner Konzert der Londoner Meister des Minimalpop, deren Debütalbum durch Weiterempfehlung auf Plattformen wie MySpace und Facebook in kürzester Zeit in aller Munde war, wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Ein Ersatztermin steht immer noch nicht fest. Das Warten lässt sich jedoch überbrücken mit einem Besuch des Konzerts der großartigen britischen Independent-Band These New Puritans, die am 24. 04. im Kölner Club Subway spielen. Die Liste mit allen Tourdaten gibt es hier.
Und zu guter Letzt noch ein überregionaler Kinotipp: Ab 8. April ist Tom Fords A Single Man (USA 2009) endlich auch in Deutschland zu sehen. Die Verfilmung des Romans von Christopher Isherwood, bei der sich der Modedesigner Ford erstmals als Regisseur betätigte, überzeugt bereits im Trailer mit großartigen Bildern und Schauspielern. Das in den sechziger Jahren spielende Drama um die Lebens- und Beziehungskrise eines angesehenen Literaturprofessors lässt auf ein Filmerlebnis à la Zeiten des Aufruhrs hoffen, der uns im letzten Jahr so sehr begeisterte.
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