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Quelle: http://phainomena.de/2009/01/09/gold

Gold

Eine Selbstauskunft über »Phainómena«

Von Ulrike Janovsky & Manuel Schölles  am 9. Januar 2009 ·  Marginalie

… τὰ φαινόμενα εἰ μέλλει τις ἀποδώσειν …
(Aristoteles, Metaphysik 1073b36–37)

In Goethes Märchen heißt es: »Kaum hatte die Schlange dieses ehrwürdige Bildnis angeblickt, als der König zu reden anfing und fragte: ›Wo kommst du her?‹ – ›Aus den Klüften,‹ versetzte die Schlange, ›in denen das Gold wohnt.‹ – ›Was ist herrlicher als Gold?‹ fragte der König. ›Das Licht,‹ antwortete die Schlange. ›Was ist erquicklicher als Licht?‹ fragte jener. ›Das Gespräch,‹ antwortete diese.«

Daß das Gold seinen Glanz dem Licht verdankt, zeichnet dessen Herrlichkeit gegenüber dem Gold aus. Denn als dasjenige, das uns zum Gold führt, stellt uns das Licht allererst die Frage: Was ist Gold? Und weil im Gespräch alle Fragen und Antworten versammelt sind, kommt in ihm das Gold als es selbst auf uns zu.

Jeder Text, der hier erscheint, hat den Anspruch, Gespräch zu sein. Die Frage nach dem Gold beantworten Philosophie und Kunst auf je ihre Weise, ohne aber isoliert für sich zu bleiben. Über Helle und Dunkelheit des Fragens entscheidet wiederum der Zeitgeist, der dem Gespräch Kontur und Grenze verleiht. Diese auszuloten gehört zur Aufgabe der hier schreibenden Autoren – und der Leser, die auf demselben Weg über Licht und Gespräch zum Phänomen des Goldes zurückkehren.

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